
CIFAD III trifft sich in Boxberg
Am 1. Juni 2026 kam das Projektteam von CIFAD III bei der Werksfeuerwehr der LEAG auf dem Betriebsgelände des Kraftwerks Boxberg/O.L. zusammen, um die nächsten Projektschritte abzustimmen. Im Mittelpunkt standen die Auswertung des Systemtests am 20.05., die Vorbereitung der Präsentation auf der Florian-Messe sowie der Abschlussübung zum Thema Waldbrand im Oktober. Darüber hinaus wurde der Stand der Öffentlichkeitsarbeit sowie laufende Investitionen und Finanzen behandelt.
Im Anschluss erhielt das Projektteam einen Einblick in die Arbeit der Werksfeuerwehr und in die Strukturen des Kraftwerksstandortes. Gerade mit Blick auf die im Projekt erarbeitete Risiko- und Gefahrenanalyse ist dieser direkte Vor-Ort-Austausch von besonderer Bedeutung: Das Kraftwerk Boxberg ist eine kritische Infrastruktur und zugleich ein Standort, von dem im Falle technischer Störungen, Brände oder der Freisetzung von Gefahrstoffen auch Auswirkungen auf umliegende Gemeinden ausgehen können. In der Gefahrenanalyse wird Boxberg ausdrücklich als relevanter Standort im Landkreis Görlitz benannt, von dem unter anderem die Gemeinde Boxberg/O.L. sowie benachbarte Orte wie Trebendorf und Schleife betroffen sein könnten.
Frank Wache, Leiter der Werksfeuerwehr an den drei Standorten Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg/O.L., stellte die breite Aufgabenpalette der Werkfeuerwehr vor. Diese reicht von Brandeinsätzen und technischer Hilfeleistung über das Auspumpen von Schächten bis hin zu Arbeitsunfällen, Rettungsdiensteinsätzen und sicherheitsrelevanten Dienstleistungen wie Sicherheitswachen oder Luftanalysen. Im Jahr 2025 waren an den drei Standorten 934 Einsätze im operativen Bereich und 5.001 Einsätze im Dienstleistungsbereich zu verzeichnen. Insgesamt umfasst die Werksfeuerwehr 126 Einsatzkräfte, darunter 14 im Tagesdienst, 109 im operativen Dienst und 13 in Führungsfunktionen.
Auch die medizinische Versorgung und Alarmierung wurden erläutert. Es gibt medizinische Fachkräfte und Betriebsärzte, darunter drei Betriebsärzte in Schwarze Pumpe. In der Regel wird mit öffentlichen Notärzten gearbeitet; bei internen Einsätzen auf dem LEAG-Gelände wird die Werksfeuerwehr bei Bedarf über die öffentliche Leitstelle alarmiert.
Neben der Besichtigung der Werksfeuerwehr stand auch ein Rundgang über das Kraftwerksgelände auf dem Programm. Dabei wurden unter anderem Informationen zu Tagebau, Kohleverbrennung und Stromgewinnung, Nebenprodukten und Batteriespeichern vermittelt. Für das deutsch-polnische Projektteam bot dies einen wertvollen Praxisbezug, um technische Abläufe, Gefahrenpotenziale und Einsatzanforderungen an einem realen Standort besser einordnen zu können.
Vor allem für die polnischen Projektpartner ist dieser Austausch ein wichtiger Beitrag, um die Strukturen, Zuständigkeiten und Besonderheiten im Landkreis Görlitz noch besser kennenzulernen. Genau darin liegt auch ein wesentlicher Mehrwert von CIFAD III: Risiken nicht nur theoretisch zu analysieren, sondern grenzüberschreitend gemeinsam zu verstehen und daraus konkrete Ansätze für den Katastrophenschutz abzuleiten.
Das Projekt wird durch die Europäische Union aus den Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG Polen-Sachsen 2021-2027 finanziert.

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